Konstanz

Moll

Installation, Performance, Arbeiten auf Papier von Katja Schenker (CH)





Dauer: 12. Februar  bis 3. April 2011

Vernissage, Freitag 11. Februar 2011, 19 Uhr (mit Performance von Katja Schenker und Einführung der Kuratorin Sibylle Omlin)

Wo: Kunstverein Konstanz e.V.

Wessenbergstraße 39/41

D-78462 Konstanz

T +49(0)7531-22351

F+49(0)7531-22358

info@kunstverein-konstanz.de

www.kunstverein-konstanz.de

Werkproduktion mit Unterstützung von Sappi Schweiz AG, Kunstgiesserei, Stadt Gossau
Ausstellungsunterstützung von Regierungspräsidium Freiburg;
Freunde und Förderer des Kulturzentrums am Münster e.V.

Öffnungszeiten:

Di bis Fr 10-18 Uhr

Sa und So 10-17 Uhr

Rahmenprogramm

Kunst, Performance, Architektur:
Gespräch zwischen Katja Schenker, Dorothee Messmer (Kuratorin Kunstmuseum Thurgau) und Hermann Volger, Oberbürgermeister Konstanz a.D. in Kooperation mit dem Architekturforum Kreuzlingen- Konstanz

Mi, 23. März 2011, 19 Uhr, im Wolkensteinsaal

 

So, 27. Februar 2011, 11 Uhr

So, 27. März 2011, 11 Uhr

 

So, 3. April 2011, 11 Uhr

Werkgespräch Katja Schenker und Sibylle Omlin

 

ab 12 Uhr, Performance-Programm im Innenhof des Kunstvereins mit

- Janusz Baldyga, Warschau PL, «Market Place» 
 

- Berclaz de Sierre, Sierre CH, «Gilbert & Georges Tour Konstanz» 2011

Pressetext:

Die Schweizer Künstlerin Katja Schenker (geboren 1968 in St. Gallen, lebt in Zürich, Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Kunst in Zürich und Paris) arbeitet seit mehreren Jahren im Bereich Performance und Installation. Dabei nimmt sie Materialien wie Stoff, Papier, Erde oder Asphalt als Ausgangspunkt, um raumgreifende und situationsspezifische Installationen zu schaffen. Physikalische Gesetze und Körperkräfte unterstützen performativ und transformativ den Entstehungsprozess. „Mich interessiert die condition humaine, die innere Befindlichkeit », sagt die Künstlerin. « Ich versuche Formen und Abläufe zu schaffen für die fragmentierten oder verdichteten Strukturen des Selbst, für das In-der-Welt- und In-Beziehung-Sein. Ich arbeite mit Veränderung oder den Spuren eines Prozesses, der als Performance live oder, was die installativen und skulpturalen Arbeiten betrifft, über Jahre geschieht.“

 

Die Ausstellung im Kunstverein Konstanz zeigt im grossen Oberlichtsaal die Arbeit „moll“ (2011), die durch eine performative Handlung mit 1000m2 Papier an der Eröffnung der Ausstellung ausgeführt und so Teil der Vernissage wird. Die Papierfläche entspricht sieben Mal der Grundfläche des Saals. Das Papier wurde auf einen Kubus von 1x2x 1 Meter zusammen-gepresst und an der Vernissage performativ im Raum auseinander gezogen und ausgefaltet . Die Raumstruktur aus Papier wird sich bis Ende der Ausstellung langsam und unmerklich verändern, weil das zerknüllte und zusammengepresste Papier auch noch nach Tagen arbeitet.

 

Im Kabinett zeigt Katja Schenker Gouachen von 2010/11, die einfache monochrome – ab und an organisch anmutende – Farbformen ins Zentrum stellen. Auch sie sind aus einer Körperspannung heraus entstanden, aus der eigentlich alle Arbeiten der Künstlerin entstehen.

 

Im Flur ist die Arbeit „Nougat “ (2009) zu sehen. Die Arbeit "Nougat" entstand anlässlich eines Atelierstipendiums im Sitterwerk St. Gallen, der Kunstgiesserei von Felix Lehner. Katja Schenker hob ein rechteckiges Erdloch aus, in das neben Beton die verschiedensten Materialien wie Metalle, Bitumen, Kalk, Lehm, Holz, diverse Gesteine und Erze, Kohle, Pigmente und Pflanzensamen beigegeben wurden.
Es entstand ein Quader, der nach dem Trocknen und Härten hochgehoben und mit einer Diamantsäge als Quader zurecht gesägt wurde. Aus den wegfallenden Abschnitten an den Randseiten der Skulptur entstanden fünf grossformatige Bildreliefs, die die Schnittseite dem Betrachter zuwenden. Dem Zufall gehorchend sind an den Schnittseiten die einzelnen eingearbeiteten Teile des Konglomerats fragmentartig zu sehen. Andere Ingredienzien werden für immer eingeschlossen und verborgen bleiben.
 In Konstanz ist erstmals ein Blockteil „Nougat“ ausgestellt.

 

Katja Schenkers Performance „füllen“ (2004), die das Sujet für das Plakat geliefert hat, wird als Video-Dokumentation zu sehen sein (Video Claudia Bach).

 

Die Ausstellung „moll“ von Katja Schenker ist ihre erste Einzelausstellung in Deutschland. Es erscheint ein Katalog. Das Projekt ist Teil der Ausstellungsreihe „Im Bauch des Wals“, die Transformationen zwischen Performance und Installation in der Gegenwartskunst untersucht. Katja Schenker wurde aufgrund ihrer performativen Handlungen, die zu präzisen räumlichen Installationen führen, eingeladen.