Kunstschaffende / Kuratorin
Janoz Baldyga, Polen
Der Performer Janoz Baldyga
aus Warschau hat seine Anfänge als Performer im künsterlischen Aktionstheater
erlebt, das in Polen der 1970er Jahre eine wichtige kulturell-gesellschaftliche
Funktion hat. Heute ist er als Performer und Plastiker, wobei seine Objekte oft
einen Anfang in einer Performance nehmen, in dem er beispielsweise Tische mit
einem Tuch bedeckt und in pausenlosen Umgängen mit Schnur umwickelt. Oder er
balanciert auf einem Holzbrett, das er zugleich Schritt um Schritt zu brechen
vermag, was schlussendlich ein ringförmiges Objekt ergibt..jpg)
Christoph Felley, Orsières VS
ist
Schlagzeuger und zeitgenössischer Komponist (*1963). Als Musiker ist er vor allem im
Bereich Sound-Installation und Soundscape aktiv. Er hat beispielsweise als
Stipendiat in San Francisco eine grosse Soundscape vor Ort entwickelt und
installiert. Zudem interpretiert er sein Instrument, das Schlagzeug, zunehmend
als räumliche Skulptur, die mit Hilfe von räumlichen Positionierungen auch
einen Raumklang in der Architektur erzeugt. Dazu nimmt er oft auch
elektronische Erweiterungen seines Instruments mit Samplern und Lautsprechern
vor. Christoph Fellay ist interessiert, den Bereich Klanginstallation für das
Projekt auszuloten und leistet somit einen wichtigen Beitrag in eine andere
künstlerische Disziplin hinein. Fuer den Kunstraum Marks Blond in Bern
erarbeitet er eine Klanginstallation, bei der er die Klänge der Spichergasse an der Schaufensterscheibe abnimmt und als Soundscape in den Innen- und Aussenraum überträgt.
Zudem wird er in Sierre eine Klangperformance als Aufführung geben.
Simon Kindle, BalzersFL/Sophie Hofer Zürich
Die Aktion / Performance Vaduz, my pleasure – es ist uns ein Vergnügen
wird aus der Platzierung des Objekts, einer Rede und der Möglichkeit der Interaktion durch das Publikum bestehen. Voraussichtlich wird Simon in der Rolle des Objektes/Werks sein und ich die Rolle der Rednerin / Künstlerin übernehmen.
Das Stedtle Vaduz erhält eine weitere (temporäre) Skulptur. Am 22. Juni um 17.30 findet im Städtle Vaduz die Performance / Einweihung der Skulptur mit dem Titel +[pozitif-iv] statt. Die Skulpturübergabe für Vaduz durch die Kunstschaffenden Sophie Hofer und Simon Kindle mit Unterstützung des Publikums statt vor dem Kunstraum Engländerbau- Die Aktion wird vorgängig angekündigt. (Lichtensteiner Vaterland Lichtensteiner Volksblatt, Engländerbau).
Kurzbiographien
Simon Kindle geb. 1983 in Vaduz FL
lebt und arbeitet in Balzers/ Zürich
BA in Bildender Kunst Hochschule Luzern Design & Kunst
Seit 2009 Gaststudium am Departement für Darstellende Künste und Film im Bereich der Szenografie (ZHdK)
Arbeitet im Bereich der Installation und der Performance.
Sophie Hofer geb. 1981 in Bern CH
lebt und arbeitet in Biel / Zürich
BA in Bildender Kunst Hochschule Luzern Design & Kunst
Seit 2009 Masterstudium am Departement Kulturanalysen- und Vermittlung im Bereich Bilden und Vermitteln (ZhdK)
Arbeitet im Bereich der Installation, Vermittlung und Performance.

Pe Lang, Berlin/Zürich
geboren 1974, Klang-Performer. Der Künstler arbeitet mit Klang-Installationen, Performance und Komposition. Dafür fokusiert er oft auf minimale kinetische Systeme, einfachste elektronische Mittel, die mit verschiedenen Materialien kombiniert werden. So entstehen ungewöhnliche Klangquellen. In seinen Arbeiten ist ein mininalhaft reduzierter Materialgebrauch vorherrschend (Uhrgläser, Batterien, Elektrodraht, etc.). Er bringt diese Materialen mit einfachen Koppelungen und Schaltungen zum Klingen.
Zahlreiche Kompositionen und Klang-Performances für Transmediale Berlin,
Elektra Montreal, Sonic Arts Amsterdam, Dissonanzze Roma oder isea Singapore,
Bitforms Gallery New York, etc. Er erhielt zahlreiche Preise und Werkbeiträge
für seine Arbeit (Bundesamt für Kultur, Swiss Art Awart, artists-in-lab).
Davor Ljubicic, Konstanz
Der in Kroatien aufgewachsene Künstler kommt von einer expressiven, raumgreifenden Malerei, vor allem mit Kohle oder Bleistift, her, die oft in performativen Malsettings entstanden. Seinen heutigen Installationen arbeiten mit Fundmaterialien, einfacher Elektronik, Spiegel und Sound-Elementen, die er oft in situ in vorgefundene Raumsituationen installiert.
Für den Kunstraum K3 in Zürich wird der Künstler ein bestehendes Objekt
mit einem Tisch , zwei gefundenen Milchkannen und einer Sound-Installation
installieren. Der Sound rührt von Kratzgeräuschen mit seinen Fingernägeln an
den Milchkannen her. Die Milchkannen haben wiederum eine eigene Geschichte. Er
hatte sie vor seinem Atelier aus einem Nachlass von Freunden, die ihren
Haushalt wegen Scheidung auflösten, übernommen. Für Sierre wird er im Park des
Chateau Mercier eine neue ortsspezifische Installation erarbeiten.
Valerian Maly/Klara Schilliger, Bern
Die in Bern lebenden Künstler Klara Schilliger, geb. 1953 in Sursee, und Valerian Maly, geb. 1959 in Tübingen, arbeiten seit 1984 gemeinsam in den Bereichen Performance Art und Installation. Für einige spezifische Werke (meist mit direktem Einbezug des Publikums) verwenden sie den Begriff der „InstallAction“. Die intermediären Installationen und Performances sind oft ortsbezogene Interventionen, denen projektbezogene Recherchen vorausgehen. Maly/ Schilliger weisen eine rege Ausstellungs- und Performancetätigkeit in etablierten Instituten der Kunstszene ebenso wie an innovativen Off-Spaces und Festivals in Europa, USA und Asien auf. 2008 erhielten sie den Kunstpreis der Stadt Bern.
Im Rahmen der Ausstellung A travers le champs im Goms im Oberwallis (2008) führten Klara Schilliger und Valerian Maly eine zweiteilige Aktion durch. IN GOLD GERITZTE RANKEN wurde eine InstallAction von 2008-2009 in der spätgotische Pfarrkirche von Münster erarbeitet, die dem Hochaltar des Ortes gewidmet war. Die zweiteilige Arbeit umfasste einerseits die Initiierung und Herausgabe eines Kunstführers (zu Ostern 2009, rechtzeitig zum 500 Jahr Jubiläum der Weihung des Hochaltars), andererseits eine raumgreifende Installation mit variablen Objekten im Kirchenraum selbst, die schon auf das Erscheinen des Kunstführer hinwies. Zwischen Aktion und Objekt pendeln sich somit ihre Arbeiten ein, was der eigens kreierte Begriff InstallAction: treffend umreisst. Sie benutzen Strukturen und Systeme, um installativ etwas zu bauen, was über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleibt. Und Action im Sinne von Aktion, die temporär etwas bewirkt und auch hinterlässt.
Für den Berner Offspace Marks Blond erarbeiten sie eine neue
Installation mit Performance, die sich um den biblischen Text der
Jonas-Geschichte dreht. Diese Installation wird später nach Sierre
transformiert und bezieht auch Material aus der Landschaft um Sierre ein (alte
Rebstöcke, Rebreiser, Kohle, etc.).
Victorine Müller, Zürich
Bei Victorine Müllers Performances und Installationen spielen der Körper und das Licht in seiner suggestiven Wirkung eine zentrale Rolle. Mit ihren Werken findet sie zeitgemässe Darstellungen der menschlichen Figur, die sie in oder zwischen grosse transparente Hüllen oder Raumelemente positioniert. Eine Tendenz zum menschlichen Fabelwesen, aber auch der Hang zu Sinnlichkeit, Traum und Spiritualität sind bei ihr thematisiert. In den letzten drei Jahren hat Victorine Müller die Skultpuren und Zeichnungen auch losgelöst von ihren Performances in musealen Räumen gezeigt, zuletzt im Kunstmuseum Solothurn (2008), Centre Pasquart Biel (2007) und in der Kunsthalle Wien, Projektraum Karlsplatz (2008). Die grossformatigen transparenten Objekte werden im Ausstellungsraum vor allem durch Theaterlicht in Szene gesetzt, was ihre Körperlichkeit verändert.
Für den
Kunstraum Vaduz erarbeitet sie mit transparenten Objekten und opaken Figuren
eine neue Installation namens „Presentiment“.
Denis Romanovski, Stockholm/Weissrussland
Für den in Minsk aufgewachsenen Denis Romanovski ist Performance vor
allem eine gesellschaftliche Handlung. Der früher als Spitzensportler
(Langlauf) active Romanovski thematisiert dabei vor allem Fragen der Event- und
Medienkultur. So hat er als Langlaufmarathonteilnehmer am Vasa-Lauf seine
direkten körperlichen Erlebnisse in einer Liveschaltung zu einem Kunstpublikum
nach Stockholm transportiert. Sein besonderes Interesse gilt dem Phànomen
Karaoke, das nicht nur als Live-Performance eine künstlerische Platform
darstellt, sondern ihn auch als installatives Element fasziniert. Wir alle
kennen die kitsch-wunderlichen Bühnenaufbauten in den Karaoke-Bars. Diese
Installationen interessieren den Künstler als Raum-Setting, eingepasst oft in
völlig unpassende Raumverhältnisse. Denis Romanosvski wird einen Raum in Zürich
K3 bespielen.
Dorothea Rust
Die erst als Tanzperformerin, später als Künstlerin
ausgebildete Dorothea Rust interessiert in dem Projekt vor allem durch ihre
raumgreifenden Körperaktionen, die auf dem Medium Tanz basieren, doch auch
Materialien, Gesten und Objekte intergrieren. Sie
erabeitet eine ortsspezifische Installation fuer Zürich und Sierre, bei der verschiedenen Objekte, Utensilien und Materialien aus ihrer Performance-Arbeit zum Einsatz kommen, zum Beispiel ein Tisch, Briefumschläge Äste, Kartoffeln.
Katja Schenker, Zürich
Die Performance-Künstlerin
Katja Schenker ist in letzter Zeit vor allem durch site spezifische
Installationen und durch materialbetonte Performance aufgefallen. Ihre Arbeit
mit Stoff, Schläuchen, Fallschirmseide, Asphalt, Beton, Backsteinen und anderen
Materialien machen eine einfache körperliche Handlung zur Ausgangslage. Die
Werke bleiben aber auch als Objekte nach der Performance zurück. Für den
Kunstverein Konstanz erarbeitet sie eine neue Performance mit installatativen
Ueberresten und kombiniert diese mit Dokumenten und Elementen von bereits
bestehenden Performances. Zudem wird sie in Sierre eine Performane am
Schlusssymposium aufführen.

Berclaz de Sierre, Sierre
geboren am 15. April 1986 in Paris, lebt in Siders und ist ein
konzeptuell arbeitender Künstler, der sich vor allem mit dem Thema der
Identität des Namens auseinandersetzt. Dabei spielt seine eigene biographische
Erfahrung eine zentrale Rolle. Als er sein Studium der Kunst in Genf 1998
beendet hatte, verbot ihm ein Namensvetter – der ebenfalls Künstler ist –
seinen eigenen Namen. Berclaz de Sierre benutzt seither diesen Künstlernamen
als sein Label. In seiner Arbeit spielen fortan Namensvetter eine zentrale
Rolle. Er sucht beispielsweise Namensvetter von bedeutenden, aber bereits
verstorbenen Künstlern auf, z.B. Leonardo da Vinci, Sandro Botticelli, Arnold Böcklin, Paul Klee, Albert Anker, Jean Tinguely etc. Er sucht diese Namensvetter per
Telefonbuch oder Internet und besucht sie an ihrem Wohnort, wo er sie um ein Interview, Videoaufzeichnung, und Fotoporträt bittet. Die Geschichten, die er dabei erlebt, haben ihren eigenen
Stellenwert. Zudem interessieren ihn seit einiger Zeit auch Namen von Produkten
(Möbel, Werkzeug, Elektromaterial). Er sucht sich aus Versandkatalogen
Möbelstücke, Unterhaltungselektronik, Werkzeuge oder andere
Einrichtungsgegenstände heraus, die Namen von berühmten Kulturschaffenden
tragen (zB Claudia Schiffer, Gilbert&George, Charly Chaplin, etc.). Er
erwirbt diese Objekte und kombiniert sie zu Installationen und zu Objekten. Für
das Projekt Im Bauch des Wals wird er eine Gilbert&George
–Installation an drei verschiedenen Orten wandern lassen (Zürich, Konstanz,
Sierre).
Sibylle Omlin, Kuratorin, Sierre
Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich, lebt in Zürich und Basel. 1996-2001 redaktionelle Mitarbeiterin und Kunstkritikerin bei der NZZ. Seit 1999 als Dozentin für Kunsttheorie und als freie Kuratorin, Autorin tätig. 2001–2009 Professorin am Institut Kunst der HGK Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel (Institutsleitung). Seit 2009 Direktorin an der ECAV Sierre (Ecole cantonale d’art du Valais). Zahlreiche Veröffentlichungen mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst (u.a. für Das Gedächtnis der Malerei, Aargauer Kunsthaus Aarau, Aarau/Köln 2000; Hybride Zonen. Kunst und Architektur in Basel und Zürich, Basel 2003; Geschiebe. Landschaft als Denkraum, Altdorf 2004; Performativ. Performance-Künste in der Schweiz, Zürich 2004. Nothing to Declare/Nichts zu deklarieren. 4.Triennale für zeitgenössische Kunst Oberschwaben, Nürnberg 2008. Felix Stephan Huber. The Games 2001-2009, Basel 2009. Forschungsschwerpunkte Neue Medien, Performance, politisch orientierte Kunst, Schnittstellen zwischen Kunst und Forschung.
Ingrid Kaeser, Zürich, künstlerische Assistenz
Ingrid Kaeser hat an der Ecole cantonale d'art du Valais ECAV in Sierre studiert (BA udn MAS). Sie war von 2005-2010 Assistentin in Sierre. Ihre Arbeit ist konzeptionell und performativ, wie zum Beispiel das "Büro des Voeux", das sie seit einigen Jahren betreibt. Ausgewählte Wünsche setzt die Künstlerin in Zeichungen um. Ingrid Kaeser lebt in Zürich.